Automobilrennen „Herkomer-Konkurrenz“

7. Juni 1906
Automobilrennen „Herkomer-Konkurrenz“ am 7. Juni 1906

Hubert von Herkomer, ein in Bayern geborener und seit seiner Kindheit in England lebender Maler und Automobilist, initiierte 1905 das Automobilrennen „Herkomer-Konkurrenz“, das als älteste Tourenwagen-Rallye der Welt gilt. Bei dem vom Bayerischen Automobil-Club ausgerichteten Rennen, an dem 91 Wagen teilnahmen, wurde großer Wert auf die Sicherheit der Fahrzeuge gelegt.
Von 6. bis 12. Juni 1906 wurde die „Herkomer-Konkurrenz“ zum zweiten Mal ausgerichtet. 159 Teilnehmer befuhren die rund 1.700 Kilometer lange und in sechs Etappen aufgeteilte Strecke von Frankfurt über München und Linz nach Wien und über Klagenfurt und Innsbruck zurück nach München. Das Rennen sorgte für ein enormes öffentliches Interesse und der „Rosenheimer Anzeiger“ berichtete schon im Vorfeld ausführlich, zumal Rosenheim auf der Rennstrecke lag. Der Magistrat der Stadt ließ die vorgesehene Strecke auf Hindernisse überprüfen und die Sanitätskolonne stellte während des Rennens beim Gasthaus „Neue Welt“ in Fürstätt und am Mittertor zwei Sanitätswagen auf. Mitglieder der Ortsgruppe des Bayerischen Motorradfahrervereins sorgten dafür, dass es im Bereich der Innstraße während des dort stattfindenden Monatsviehmarkts nicht zu Kollisionen mit den Teilnehmern des Rennens kam. Die Münchner Vertretung der Reifenfirma Continental-Pneumatic hatte zudem in Fürstätt eine provisorische Reparaturwerkstätte errichtet.
Am Morgen des 7. Juni 1906 fuhren die Teilnehmer der „Herkomer-Konkurrenz“ durch Rosenheim. Für besonderes Interesse sorgte der Wagen Nr. 75, den Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder des Kaisers, steuerte. Begleitet wurde der Prinz in dem 40 PS starken Wagen der Marke Benz von General von Könitz und Korvettenkapitän von Bülow. Der Fotograf Gerhard Graeber hielt den Augenblick fest, als Prinz Heinrich die Innstraße passierte und die Stadt in Richtung Osten verließ.

Text: Karl Mair, Stadtheimatpfleger
Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 2015/6

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