Turm der Spitalkirche St. Joseph

1925
Turm der Spitalkirche St. Joseph, 1925

In schwindelnder Höhe hängt ein Arbeiter für Ausbesserungsarbeiten am Turm der Spitalkirche St. Joseph in der Innstraße. Dieser, ein wenig verwackelte Schnappschuss gelang einem Fotografen im Jahr 1925.
Der Bau der Josephskirche im 17. Jahrhundert ging auf die Stiftung des wohlhabenden Rosenheimer Bürgers Simon Peer zurück. Peer wollte zur Seelsorge der armen und alten Bewohner des damals bereits bestehenden Bürgerspitals beitragen und finanzierte auch die Stelle eines Geistlichen. 1618/19 erfolgte der Bau der Kirche unmittelbar südlich an das Bürgerspital angrenzend. Beim großen Marktbrand 1641 brannte die Josephskirche bis auf die Grundmauern  nieder. Simon Peers Sohn Andreas fühlte sich dem Werk seines Vaters verpflichtet und ließ die Kirche danach wieder aufbauen. Über dem Innenraum wurde statt der ursprünglichen Holzbalkendecke ein Gewölbe eingezogen, das mit Stuck in Schliersee-Miesbacher Art verziert wurde. Auch der Turm des kleinen Gotteshauses, der ursprünglich einen spätgotischen Spitzhelm trug, erhielt nach dem Brand eine neue Gestalt, die bis heute unverändert blieb. Der Turm erhebt sich über quadratischem Grundriss hinter der Altarwand an der Südseite der Kirche. Oberhalb der vier Hauptgeschosse befindet sich ein achteckiger Oberbau. Diesem ist eine charakteristische Turmbekrönung aufgesetzt, die aus einer halbkugeligen Kuppel und einer Laterne mit schlanker Zwiebelkuppel besteht.
Der überwiegende Teil der Innenausstattung der Josephskirche stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Neun große Gemälde wurden um 1750 vom Rosenheimer Maler Joseph Anton Höttinger und seinen Gehilfen geschaffen und zeigen Szenen aus dem Leben des hl. Joseph. Über dem Eingang zur Kirche erinnert ein Gedenkstein aus Rotmarmor an den Stifter Simon Peer.

Text: Karl Mair, Stadtheimatpfleger
Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 2016/1

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