Dorfpartie in Happing

um 1925
Dorfpartie in Happing, um 1925

Drei Kilometer südlich des Rosenheimer Stadtkerns liegt das Dorf Happing. In einem Urbarbuch des Klosters Tegernsee wird der Ort bereits 1017 erstmals erwähnt. Mittelalterlichen Ursprungs ist auch die Dorfkirche St. Martin, die als Filiale zur Pfarrei Pang gehörte. Von 1676 bis 1679 wurde das Gotteshaus durch den Baumeister Hans Mayr d. Ä. weitgehend neu errichtet. Noch heute verfügt es über das einheitliche Bild einer frühbarocken Kirche. In der Mitte des 18. Jahrhunderts zählte Happing 36 kleinere und größere bäuerliche Anwesen. Durch die Gemeindeedikte Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Dorf zum Mittelpunkt einer Ruralgemeinde bestimmt. Im Zuge verschiedener Reformen der Kommunalverwaltung benannte man die Ruralgemeinden später in Landgemeinden um. 1910 zählte die Landgemeinde Happing 242 Einwohner.
Das Kalenderbild entstand Mitte der 1920er Jahre und zeigt den Blick von der heutigen Inntalstraße auf den Happinger Dorfkern mit der Kirche St. Martin. Der Ort war damals noch vollständig bäuerlich geprägt. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg begann im Norden des Gemeindegebietes von Happing eine zunehmende Bautätigkeit. Ab den 1950er Jahren entstand hier mit Kaltmühl und Kaltwies eine größere zusammenhängende Wohnsiedlung. 1957 wurde Happing schließlich Teil der neuen Pfarrei Heilig Blut.
Da die Stadt Rosenheim baulich zunehmend an ihre Grenzen stieß, wurde in den 1960er Jahren eine Eingemeindung von Happing nach Rosenheim diskutiert. Die Gemeinde umfasste damals eine Fläche von 760 Hektar und rund 1.300 Einwohner. Nach zwei Volksentscheiden und langwierigen Verhandlungen konnte die Eingliederung der Gemeinde schließlich am 1. Juli 1967 vollzogen werden. Im Jahr 2017 feiert Happing zwei Jubiläen – die erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren und die Eingemeindung nach Rosenheim vor 50 Jahren.

Text: Karl Mair, Stadtheimatpfleger

Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 2017/12

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