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Die Anfänge von Telegraphie und Telefonverkehr in Rosenheim

- Antrag des Gewerbevereins auf Errichtung einer Telegraphen-Station im Stadtkern, 1877
Im 19. Jahrhundert entstanden durch Telegraph und Telefon neue Formen der Kommunikation. Die Erfindung der Telegraphie ermöglichte es, Nachrichten als elektrische Impulse zum Empfänger zu senden, wo sie praktisch zum gleichen Zeitpunkt eintrafen. Zu dieser Erfindung auf der Grundlage des Elektromagnetismus hatte der bayerische Naturwissenschaftler Carl August Steinheil beigetragen. Bereits 1849 wurde als erste bayerische Telegraphenlinie eine Verbindung von München nach Salzburg eingerichtet. Zwar verlief die Leitung über Rosenheim, hier gab es zunächst jedoch keine eigene Telegraphenstation. Erst mit dem Bahnanschluss wurde hier eine „Correspondenz-Telegraphenstation“ errichtet. Diese konnte als Zweigstelle der Münchner Telegraphenstation zur Beförderung von Staats- und Privatdepeschen benutzt werden. 1863 wurde eine eigene Telegraphenstation für Rosenheim gegründet. Zwischen 1. Oktober 1866 und 30. September 1867 bearbeitete diese beispielsweise 1.574 Telegramme. 1883 wurde eine zweite Telegraphenstation im Stadtpostamt eingerichtet.

- Bekanntgabe über die Eröffnung der Telefonverbindung München-Rosenheim, 1893
Ab den 1880er Jahren verbreitete sich das Telefon in Bayern. Die ersten Telefonnetze gingen 1882 in Ludwigshafen und 1883 in München in Betrieb. Zehn Jahre später, am 1. Mai 1893, errichtete man im Rosenheimer Stadtpostamt eine erste handbediente Telefonumschaltstelle. Das erste Rosenheimer Telefonnetz zählte 24 Teilnehmeranschlüsse, wobei das Interesse an einem eigenen Telefonanschluss in den folgenden Jahren kontinuierlich zunahm.
Text: Karl Mair
