1812: Rosenheim wird zur Postexpedition an der neuen Poststraße München–Salzburg

Der Markt Rosenheim auf dem Kupferstich von Johann Nepomuk Maag von 1799, im Vordergrund die Landstraße nach München, links davon der Roßacker und rechts der damalige Friedhof und das erste Kapuzinerkloster, wo 1809/10 die kgl. Saline errichtet wurde

Mit der Entstehung des Königreichs Bayern im Jahr 1806 unterstand das Postwesen nun dem bayerischen König. Von der Residenzstadt München aus führten damals zwei Poststraßen ins östliche Oberbayern: Die seit 1681 bestehende Poststraße von München nach Salzburg verlief über Wasserburg und Waging. Die 1776 eingerichtete Postverbindung nach Innsbruck ging über Peiß und Aibling, bevor sie vor Rosenheim bei Schwaig nach Süden abknickte und weiter ins Inntal führte. Aibling war damals von Rosenheim aus gesehen die nächste offizielle Poststation.

Bekanntmachung über die Erhebung der Straße von München über Rosenheim nach Salzburg zur Poststraße im Königlich-Baierischen Regierungsblatt vom 18. März 1812
Rechnung des Sattlermeisters Jakob Römersperger für Dekorationsarbeiten anlässlich der Feier zur Erhebung der Postexpedition am 1. April 1812

1812 erfolgte schließlich die Erhebung der Landstraße von Rosenheim über Traunstein nach Salzburg zur Poststraße. Gleichzeitig wurde die bestehende Poststraße München–Innsbruck über Rosenheim geführt, so dass der Markt am Inn nun zu einem Knotenpunkt des offiziellen Postverkehrs in Südbayern wurde. Am 18. März 1812 war im „Königlich-Baierischen Regierungsblatt“ zu lesen: „Die Straße von München über Rosenheim nach Salzburg ist zur Poststraße erhoben, zu Rosenheim, Weisham und Teisendorf sind Post-Expeditionen errichtet."
Am 1. April 1812 wurde die Erhebung Rosenheims zur Postexpedition mit großem Aufwand gefeiert. Eine erhaltene Rechnung listet Pulver für Salutschüsse sowie den Aufwand für einen am künftigen „Posthaus“, dem Gasthof des Jakob Amann, angebrachten Festschmuck auf.
Für den Markt Rosenheim galt die Erhebung zur Postexpedition damals als erheblicher Bedeutungsgewinn.

Text: Karl Mair