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Juni - Das Hotel „Deutsches Haus“ in der Königstraße um 1910

- Das Hotel „Deutsches Haus“
Um 1860 kaufte Franz Xaver Niederbuchner, damals Wirt des Gasthofs „Zum König Otto von Griechenland“ am Max-Josefs-Platz, ein Grundstück beim ersten Rosenheimer Bahnhof, um dort einen Gasthof zu errichten. Wenige Jahre später betrieb Niederbuchner an der damaligen Eisenbahnstraße bereits seinen neuen Gasthof (heute Königstraße 7), ein stattliches spätklassizistisches Gebäude mit Putzgliederungen und eleganten Balkonen. 1872 übernahm Sebastian Hofstetter aus Wasserburg den Gasthof. 1896 trug er die Bezeichnung „Deutsches Haus“ und befand sich in Besitz von Sebastian Hofstetters Sohn Josef, der sich bereits „Hotelier“ nannte. Dieser ließ nach 1900 einen großen, von der Königstraße her zugänglichen Festsaal an das Hotel anbauen.
Letzter Inhaber des Hotels „Deutsches Haus“ war bis 1922 Paul Stocker. Im Jahr darauf wurde das Haus für die Firma Schubert & Bockwa nach Plänen des Architekten Hanns Kornberger zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. 1930 wurde ein Gesuch des Kommerzienrats Hugo Schubert, abermals einen Hotelbetrieb in dem Haus zu betreiben, vom Stadtrat mit Rücksicht auf die schlechte Wirtschaftslage für Gastwirtschaften abgewiesen. Der Stadtrat bemühte sich gemäß der neuen Gaststättengesetzgebung um eine „planmäßige Verminderung der Wirtschaften“, zumal Rosenheim schon vor dem Ersten Weltkrieg zu viel Wirtschaften gehabt habe und viele, auch erstklassige Wirtschaften, den größten Teil der Woche leer stünden. Die Entwicklung des Flaschenbiergeschäfts tat ein Übriges zur Einnahmenminderung in der Gastronomie.
Um 1933 ging das Gebäude in städtischen Besitz über. Ab 1943 war hier die Schutzpolizei untergebracht. Der Sitz der Rosenheimer Stadtpolizei befand sich bis in die späten 1960er Jahre in dem Anwesen, das danach bis 1984 die private Handelsschule Dr. Kalscheuer beherbergte. Heute dient das denkmalgeschützte Gebäude als Rosenheimer Dienststelle der Staatsanwaltschaft Traunstein.