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August - Die Stollschule um 1920

- Die Stollschule um 1920
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden in Rosenheim in rascher Folge eine Reihe von Schulneubauten, mit denen man dem starken Bevölkerungswachstum infolge des Bahnanschlusses Rechnung trug. Im Hintergrund des Kalenderbildes ist das 1875/76 anstelle des alten Krankenhauses an der Heilig-Geist-Straße neu errichtete, stattliche Mädchenschulhaus zu sehen. Weil schon 1884 die bestehenden Schulhäuser überfüllt waren, erwarb der Magistrat unter Bürgermeister Friedrich Stoll zwei Grundstücke neben dem Mädchenschulhaus, um hier 1886/87 ein weiteres Schulhaus mit zwei Obergeschossen zu erbauen. Als 1894 die vor dem neuen Schulhaus angelegte Straße den Namen „Stollstraße“ erhielt, bürgerte sich für das Gebäude bald die Bezeichnung „Stollschule“ ein.
Im ersten Stock des Schulhauses wurden 1887/88 vier Knabenklassen unterrichtet; der zweite Stock wurde der Höheren Töchterschule zugewiesen, die erst 1908 ihren Neubau an der Ebersberger Straße bekam. Bis zum Neubau der Realschule an der Rathausstraße 1890/91 war auch diese Einrichtung provisorisch im Schulhaus an der Stollstraße untergebracht. Mit dem Auszug von Realschul- und Töchterschulklassen wurde die Stollschule eine ausschließliche Knabenvolksschule. 1985 wurde das Gebäude abgebrochen.
Als Kletterobjekt war bei den Schülern der neben dem Schulhaus gelegene, 1908 errichtete „Alpine Brunnen“ beliebt. Der Felsenbrunnen wurde von dem aus Württemberg stammenden Karl Stange, seit 1893 Stadtgärtner in Rosenheim, an der Ecke Prinzregenten-/Stollstraße errichtet. Das früher beleuchtete Felsenarrangement mit Wasserfall am Beginn des einst offen verlaufenden Stadtbachs sollte wohl an Rosenheims Gebirgsnähe erinnern. Am rechten Bildrand ist die Schreibwarenhandlung des Buchbindermeisters Alfons Nigg zu erkennen. Das Eckhaus war 1898 von Alfons’ Vater Alois Nigg erbaut worden. 1973 wurde das Gebäude abgebrochen. Ein Schreibwarengeschäft befand sich hier bis in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts.