- Rosenheim im 20. Jahrhundert
- Chronik von Rosenheim
- Aus Alt-Rosenheim
- Straßennamen
- Rosenheim in den 20er Jahren
- Rosenheim im 3. Reich
- Frühe Photographie in Rosenheim
- Eisenbahngeschichte
- Rosenheimer Bierkeller
- 200 Jahre Postgeschichte
- Salz und Salinengeschichte
- Zeittafel von Rosenheim
- Oberbürgermeister
- Ehrenbürger
- Berühmte Rosenheimer
- Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim"
- Stadtkalender 1995
- Stadtkalender 1996
- Stadtkalender 1997
- Stadtkalender 1998
- Stadtkalender 1999
- Stadtkalender 2000
- Stadtkalender 2001
- Stadtkalender 2002
- Stadtkalender 2003
- Stadtkalender 2004
- Stadtkalender 2005
- Stadtkalender 2006
- Stadtkalender 2007
- Stadtkalender 2008
- Stadtkalender 2009
- Stadtkalender 2010
- Stadtkalender 2011
- Stadtkalender 2012
- Denkmalliste
Januar - Die Villa Wittelsbach in der Promenadenstraße um 1900

In der wirtschaftlichen Blütezeit Rosenheims um die Jahrhundertwende entstanden zahlreiche Villen, die sich an der repräsentativen Promenadenstraße, der heutigen Prinzregentenstraße, besonders häuften. Der Rosenheimer Baumeister Max Lutz (1850-1910) errichtete dort 1898/99 als Bauunternehmer mit den Anwesen Nr. 18 bis 26 eine Reihe von Villen, deren Stilformen vom Spätklassizismus über Neoromanik und Neobarock bis hin zum Jugendstil reichten. Besonders bemerkenswert an diesem Ensemble war die Villa Wittelsbach (Hausnummer 24), die als ältester Jugendstilbau der Stadt zu den ungewöhnlich frühen Bauten dieses Stiles in Oberbayern zählt. Auf dem Kalenderbild ist die Villa Wittelsbach links zu sehen, gefolgt von dem neuromanischen Haus Nr. 22 und der spätklassizistischen Villa Haus Nr. 20. Im Hintergrund ist der Kirchturm von St.-Nikolaus zu erkennen.
In der Villa Wittelsbach wurde 1908 der Schriftsteller und Kulturhistoriker Ludwig Schrott (gestorben 1973) als Sohn des Eisenbahnexpeditors Edmund Schrott und der Helena, geb. Bundschuh, geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Die Schulzeit am Humanistischen Gymnasium unter den berühmten Lehrern Josef Hofmiller und Eduard Stemplinger vermittelte ihm eine profunde Bildung. Nach seinem Münchner Studium der Musik- und Theatergeschichte, Germanistik und Bayerischen Geschichte betätigte sich Ludwig Schrott als freier Schriftsteller und gestaltete auch Rundfunksendungen. Er verfasste vor allem Werke zur Musik- und bayerischen-, insbesondere Münchener Kulturgeschichte. Kenntnisreich und liebevoll schilderte er etwa in „Biedermeier in München“ das Leben und die Mentalität in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, setzte aber auch den „Herrschern Bayerns“ ein literarisches Denkmal.