- Rosenheim im 20. Jahrhundert
- 1900 - 1909
- 1910 - 1919
- Fertigstellung Präparandenschule
- Stadtpost am Ludwigsplatz
- Eingemeindung Fürstätt
- Bau Innbrücke
- Mobilmachung
- 1. Weltkrieg und Heimatfront
- Sanierungsanstalt
- Nagelung "Eisernen Rose"
- Glockenabnahme St. Nikolaus
- Revolution
- Wohnen und Leben
- Franz Huber - Schicksal im 1. Weltkrieg
- Karl Göpfert
- Josef Wüst
- Guido Kopp
- Mode
- 1920 - 1929
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- 1990 - 1999
- 2000
- Stichwortverzeichnis
- Inhalt
- Chronik von Rosenheim
- Aus Alt-Rosenheim
- Straßennamen
- Rosenheim in den 20er Jahren
- Rosenheim im 3. Reich
- Frühe Photographie in Rosenheim
- Eisenbahngeschichte
- Rosenheimer Bierkeller
- 200 Jahre Postgeschichte
- Salz und Salinengeschichte
- Zeittafel von Rosenheim
- Oberbürgermeister
- Ehrenbürger
- Berühmte Rosenheimer
- Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim"
- Denkmalliste
Mobilmachung
Im Sommer 1914 war man in Rosenheim mit den Vorbereitungen zum 50. Stadtjubiläumsfest mit Volksfest und Gewerbeschau beschäftigt, das an die 1864.

- Einberufung
Am 28. Juli 1914 wurde das Österreichische Thronfolgerpaar in Sarajewo ermordet, worauf Österreich Serbien den Krieg erklärte. Als Verbündeter Österreichs rief das Deutsche Reich am 1. August 1914 die Mobilmachung aus.
Am 2. August folgte die Kriegserklärung an Russland. In Rosenheim wurden die jeweils aktuellen Telegramme und Drahtmeldungen am Zeitungsverlagsgebäude des "Rosenheimer Anzeigers" angeschlagen, wovor sich die Menschenschlangen stauten.

- Auf dem Weg zum Bahnhof
Mit der Mobilmachung kamen die Reservisten in die Stadt, die im Bezirkskommando an der Ellmaierstraße in die aufliegenden Einberufungslisten eingetragen wurden. Hier wurden die Reservisten in Abteilungen von etwa 150 Mann eingeteilt und anschließend mit Blasmusik zum Bahnhof gebracht. Ab dem 3. August wurden auch die Männer des gedienten Landsturms, meist ältere Männer und Familienväter, einberufen.
In München erfolgte die Einteilung in Kompanien, nachdem die Soldaten vorher in der Türkenkaserne eingekleidet und bewaffnet worden waren. Nach der Verabschiedung durch den bayerischen König fuhren die ersten Züge ab dem 7. August 1914 an die Westfront. In Rosenheim begannen die ersten Hamstereinkäufe, in den Kirchen rief man zu freiwilligen Spenden für Krieger und karitative Zwecke auf.
Im Rathaus nahm der Parteiverkehr täglich zu, da Registrierungen, Abmeldungen, Lebensmittelbescheinigungen und Wohnungsangelegenheiten verstärkt wahrgenommen werden mussten. Bei den zunehmenden Einberufungen von Beamten und Angestellten gestaltete sich der Verwaltungsablauf immer schwieriger. Das Rote Kreuz rief Helferinnen auf, infolge der Einberufung setzte ein empfindlicher Mangel an Krankenhaus- und Privatärzten ein.

- Auf dem Weg zum Bahnhof
Die Sparkasse sperrte Auszahlungen über 500 Mark. Auf der Loretowiese wurden Pferde aus der Landwirtschaft durch die Musterungskommission beschlagnahmt. Allmählich dämpfte das Geschehen die anfängliche Hurra-Stimmung, vor allem nachdem trotz anfänglicher Siegesmeldungen die Namen der ersten Gefallenen bekannt wurden.
