- Aktuelles
Hinaus mit der Kunst... - 100 Jahre Städtische Galerie Rosenheim
12. Juni bis 13. September 2013
Lesesaal des Stadtarchivs

Dem Lehrer und leidenschaftlichen Kunstsammler Max Bram (1855 – 1935) verdankt Rosenheim zahlreiche Bilder und Grafiken, die den ersten Grundstock der Städtischen Gemäldesammlung (heute Städtische Galerie) bilden.
Bereits 1886 beginnt Bram Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern, die überwiegend der „Münchner Schule“ zuzurechnen sind, zu sammeln. 1904 übereignet er die Sammlung im Falle seines Todes der Stadt Rosenheim. Zur Würdigung der Schenkung ernennt die Stadt ihren großherzigen Gönner 1905 zu ihrem ersten Ehrenbürger.
Mit der Stiftung ist die Auflage an die Stadt verbunden, die Kunstwerke in geeigneten, repräsentativen Räumen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ab 1913 sind die Bilder in der „Städtischen Kunstsammlung – Max Bram Stiftung“ in der ehemaligen Michaelskapelle ausgestellt. Langjährige Streitigkeiten um die Qualität der Ankäufe seitens der Stadt haben schließlich 1934 die Einsetzung einer Ankaufskommission zur Folge.
Zeit seines Lebens bleibt Bram seiner Sammlung durch zahlreiche Neuankäufe und durch die Vermittlung von Schenkungen verbunden.
Moritatensingen vor dem Mittertor
Samstag, 15. Juni 2013, 10-12 Uhr
Matinee mit Moritaten, Balladen und gesungenen Geschichten
vor dem Mittertor

Das Moritatensingen mit historischen Liedern, das das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern (Bruckmühl) und das Stadtarchiv Rosenheim schon seit Jahren im Juli als Matinee auf dem Max-Josefs-Platz veranstalten, ist bereits eine liebgewordene Tradition nicht nur für Kenner der Volksmusik geworden.
Die Moritatensänger des Bezirks Oberbayern laden wieder bei jedem Wetter mit Balladen, Moritaten, lustigen Gesängen und Ereignisliedern in der Rosenheimer Fußgängerzone Alt und Jung zum Mitmachen und Zuhören ein. Dazu gibt es kleine Taschenliederheftchen, auch zum „Mit-Nachhause-Nehmen".
Das Stadtarchiv steht mit einem Infostand für Fragen und Informationsmaterial bereit. Als besonderes Schmankerl gibt es zum Thema passende Publikationen des Stadtarchivs und CDs des Volksmusikarchivs zum Sonderpreis.
Promenadenkonzert
Sonntag, 21. Juli 2013, 14 - 16 Uhr
Stadtmitte, Riedergarten
Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung im Großen Rathaussaal statt.

Auch in diesem Jahr lässt das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Kulturamt Rosenheim die vom damaligen Rosenheimer Stadtmusikermeister Franz Xaver Berr (1852-1925) eingeführten Promenadenkonzerte wieder aufleben.
Am Sonntag, den 21. Juli 2013, präsentiert die „Kirchdorfer Streichmusik“ (Ltg. Wolfgang. Forstner) von 14 bis 16 Uhr im Riedergarten (bei schlechter Witterung im Großen Rathaussaal) Tanz- und Unterhaltungsmusik für Klarinetten, Geigen und Trompeten aus der Zeit um 1900. Wie vor 100 Jahren erklingen, Walzer, Polkas und Unterhaltungsmusik. Dazwischen singen die Besucher gemeinsam deutsche Volkslieder. Das Volksmusikarchiv stellt die Liederblätter zum Mitsingen zur Verfügung.
Da nur beschränkt Sitzmöglichkeiten vorhanden sind empfehlen wir Ihnen, sich bei Bedarf selbst Stühle mitzubringen.
Als besonderes Schmankerl gibt es zum Thema passende Publikationen des Stadtarchivs und CDs des Volksmusikarchivs zum Sonderpreis.
Promenadenkonzert
Sonntag, 11. August 2013, 14 - 16 Uhr
Stadtmitte, Riedergarten
Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung im Großen Rathaussaal statt.
Nähere Info´s folgen!
Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim 2013"
Bereits zum 19. Mal erscheint heuer der Kalender „Bilder aus Alt-Rosenheim“, der sich längst zu einem „Bestseller“ der Veröffentlichungen über unsere Stadt entwickelt hat. Wieder zeigen die zwölf Kalenderblätter Leben und Architektur unserer Stadt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Rosenheim mit den Bergen der Bayerischen Voralpen – ein zeitloses Motiv wurde als Titelbild des diesjährigen Kalenders „Bilder aus Alt-Rosenheim“ gewählt. Die Lage am Beginn eines der Haupttäler der Alpen war für unsere Stadt seit jeher eine wichtige Voraussetzung für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Neben diesem Bild enthält der neue Kalender weitere Motive von Stadtbild und Stadtleben aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, die überwiegend noch nie veröffentlicht worden sind.
Zwei Kalenderbilder erinnern uns an besondere Ereignisse der Stadtgeschichte, die sich im Jahr 2013 zum 100. Mal jähren: 1913 eröffnete die erste städtische Gemäldegalerie. Mit den darin ausgestellten Werken der Sammlung des Ehrenbürgers Max Bram wurde ein wichtiger Grundstein für die Bedeutung Rosenheims als Kunst- und Kulturstadt gelegt. Das Jahr 1913 ist zudem auch das Todesjahr von Thomas Gillitzer, der sich mit seinem großstädtischen Häuserblock im Stadtkern schon zu Lebzeiten ein Denkmal setzte und die Stadtentwicklung maßgeblich beeinflusst hat.
Der Kalender für das Jahr 2013 wird in limitierter Auflage herausgegeben und kann ab dem 4. Oktober zum Preis von 15 € im Stadtarchiv, im Städtischen Museum und im Rosenheimer Buchhandel oder am 29. September beim Bücherflohmarkt im Archiv- und Galeriegarten zum einmaligen Sonderpreis von 13 € erworben werden.
Faksimile der Uraufnahme von Rosenheim aus dem Jahre 1812
Ab sofort im Stadtarchiv oder im Online-Shop zu erwerben!
Der Königliche Markt Rosenheim – die Katastervermessung von 1812
Historische Landkarten und Stadtpläne sind wie alte Photographien Momentaufnahmen, die anschaulich Geschichte(n) erzählen können. Sie dokumentieren besondere Ereignisse wie beispielsweise die Festlegung des Burgfriedens des „Churfürstlichen Markts Rosenheim“ durch kurfürstliches Edikt in der „Stuber-Karte“ von 1773. Der Churfürstliche Geometer Joseph Damian Stuber hat damals zur endgültigen Beilegung der bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Grenzstreitigkeiten zwischen dem Marktgemeinderat und dem im Schloss hoch oben über Rosenheim sitzenden kurfürstlichen Pfleger die Marktgrenzen, den sog. Burgfrieden, erstaunlich genau aufgemessen und im Maßstab 1:2000 farbig zu Papier gebracht. Die Einzelheiten im „Inneren und Äußeren Markt“ hat er jedoch – mit Ausnahme der Nikolaus-Kirche – nicht erfasst.
Zum ersten Mal vermessen, kartiert und für das neue Grundsteuerkataster registriert wurden lückenlos sämtliche Grundstücke und Gebäude Rosenheims aber dann 1812 durch den Königlichen Katastergeometer Eggenbacher. Die Uraufnahme als Grundlage zur Flächenberechnung für die Zwecke einer bayernweit einheitlichen Grundsteuer – bis dahin gab es 104 verschiedene Steuersysteme in Bayern – erfolgte graphisch unmittelbar vor Ort mit dem Messtisch im Maßstab 1:2500 in den Ortslagen (sog. Ortsblätter) und 1:5000 im freien Gelände. Die Gebäude- und die Gewässerflächen hoben die Geometer in Rot bzw. in Blau besonders hervor.
Die Grundstücksgrenzen und die Gebäudeumrisse wurden anschließend vom Meßtischblatt mit einem besonderen Kopierverfahren auf eine glattgeschliffene Kalkplatte aus den Steinbrüchen bei Solnhofen (besser bekannt durch die dort gefundenen Versteinerungen des Urvogels Archäopteryx) umgesetzt und mit Hilfe des von Alois Senefelder erfundenen Steindrucks (Lithographie) vervielfältigt. Fast 25000 dieser Drucksteine lagern noch heute im „Steinkeller“ des Landesamts für Vermessung und Geoinformation in München – auch die der bayerischen Rheinpfalz und sogar diejenigen von Sachsen-Meiningen und Sachsen-Coburg.
Das Uraufnahmeblatt des „Königlichen Markts Rosenheim“ zeigte noch die 1812 intakten Stadtgräben, -wälle und Stadttore, darüber hinaus aber bereits die 1810 in Dienst gestellte Saline auf dem Areal des der Säkularisation zum Opfer gefallenen Kapuziner-Klosters. In diesem Bereich ist deshalb die einzige Grenzabweichung gegenüber dem in der Stuber-Karte eingezeichneten Burgfrieden festzustellen. Die Fläche der Marktgemeinde hatte sich gegenüber Stuber von 87,2 Hektar auf 88,4 Hektar vergrößert.
Bemerkenswert ist übrigens, dass im 1814 fertig gestellten Grundsteuerkataster der Roßacker bereits zur „Steuergemeinde“ Rosenheim (mit insgesamt 549 Hektar) gezogen, dann allerdings in Folge des Gemeindeedikts von 1818 als eigenständige Rural-, d.h. Landgemeinde, wieder verselbständigt worden ist und den Markt Rosenheim wie ein zu enger Gürtel einschnürte. Erst 1834 erfolgte die endgültige Eingemeindung nach Rosenheim als Folge der beachtlichen wirtschaftlichen Entwicklung im Bereich von Saline und Messinghammer, dem heutigen Beilhack-Gelände. Zum Zeitpunkt der Stadterhebung 1864 hatte Rosenheim eine Fläche von 643 Hektar.
Die Flurkarte von 1812 ist ein einmaliges Dokument für das Entstehen des modernen Bayern am Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals wurden die für Politik, Verwaltung und Wirtschaft so dringend notwendigen Reformen durch Montgelas als „Revolution von oben“ durchgesetzt – vielfach gegen den Willen der Bevölkerung. Aber sie haben Bayern zu dem gemacht, was es heute ist.
Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferte die 1801 von Kurfürst Max IV. Joseph - ab 1806 König Max I., angeordnete systematische Vermessung des aus den napoleonischen Kriegen hervorgegangene Bayern, die „allen Zwecken des Staates dienen sollte“. Diese Arbeiten dauerten bis 1854. Vermessen und katastriert wurden in diesen fünf Jahrzehnten knapp 76000 qkm (mit der bayerischen Rheinpfalz, aber ohne das Gebiet von Coburg) mit insgesamt 17,5 Mio. Flurstücken. Dieser Erstvermessung schloss sich für den Großteil Oberbayerns die sog. Renovationsmessung von 1854 bis 1864 an, weil sich dort die Vermessungen am Beginn des Unternehmens mangels ausreichender Erfahrung der Geometer im Nachhinein als zu ungenau erwiesen haben. Auch der Markt Rosenheim wurde 1855 zum zweiten Mal vermessen und katastriert. Die Gesamtkosten betrugen 25,38 Mio. Gulden (fl), was heute sicher mit nicht weniger als 5 Mrd. Euro zu veranschlagen wäre.
Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation hat das Original der Uraufnahme von 1812 „Der Königliche Markt Rosenheim“ als farbiges Faksimile (Format 60 x 60cm) wegen der großen Nachfrage neu aufgelegt. Es ist ab sofort wieder für 20,00 € beim Stadtarchiv Rosenheim, Reichenbachstraße 1a erhältlich und sollte jeden, der sich für die Geschichte Rosenheims interessiert, zum Kauf animieren.
Verfasser: Prof. Dr.-Ing. Josef Frankenberger war bis 2008 im bayerischen Finanzministerium Leiter der Abteilung „Bayerische Vermessungsverwaltung; Informations- und Kommunikationstechnik“. Derzeit erforscht er die historischen Gebietsgrenzen Rosenheims.


