Pilotprojekt Archivpädagogik

Seit 1994 bietet das Stadtarchiv ansatzweise einen neuen Aspekt von Archivarbeit an. Zunächst beschränkte sich dieses Angebot aus Platzmangel auf die Erstellung von Themenlisten für schulische Arbeiten, vor allem Facharbeiten, die mit Quellenmaterial des Archivs erarbeitet wurden.

Wegen regem Interesse und auf vielfachen Wunsch der Rosenheimer Gymnasien und weiterführenden Schulen nach einem erweiterten derartigen Angebot entwickelte das Stadtarchiv ein Konzept "Archivpädagogik", das als Modellversuch im neuen Schuljahr 1997/98 startete. Ziel ist es, den außerschulischen Lernort Archiv als Teil des Unterrichts zu etablieren.

In dieser Form wurde das Pilotprojekt "Archivpädagogik" auch vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus aus dem durch Privatisierungserlöse gegründeten Kulturfonds mit bis zu 50 % der Gesamtkosten gefördert. Voraussetzung für die Durchführung des Pilotprojekts war eine bauliche Erweiterung des Archivs im Rahmen der notwendigen Gebäudesanierung.

Damit steht nun ein Lese-und Veranstaltungsraum und folgendes Programm der Archivpädagogik zur Verfügung:

Betreuung bei Referaten, Haus- und Facharbeiten

Seit 1994 bietet das Stadtarchiv die Erstellung von Themenlisten für schulische Arbeiten an, die aus Quellenmaterial des Archivs von Schülern erarbeitet werden können. Besondere Bedeutung haben hier selbstverständlich die Facharbeiten. Der Vorteil von Facharbeiten aus dem Stadtarchiv liegt einmal im selbständigen Quellenstudium durch den Schüler, zum anderen im Anbieten von Themen aus der Lokalgeschichte. Die regionale Nähe der Dokumente zu der den Schülern vertrauten Umgebung fördert die Einsicht, daß zwischen Strukturen , Ereignissen und Entscheidungen der "großen" Geschichte und denen des eigenen Lebensbereiches konkrete Wechselbezüge bestehen.

Oral History

Oral History, also Zeitzeugenbefragung, entwickelt sich immer mehr als wichtiges Instrument zur Erforschung von Stadtgeschichte. Als Möglichkeit, Geschichte im Gespräch mit (Älteren) Mitmenschen zu erfahren, findet Oral History besonders bei Schülern großen Anklang. In den Vorschlaglisten für Themen zu Facharbeiten bietet das Stadtarchiv zunehmend auch Themen an, die großteils über Zeitzeugenbefragung erarbeitet werden können.

Schülerwettbewerb "Geschichte erleben - Heimat erleben" 2012/13

Das Stadtarchiv Rosenheim hat ein Preisgeld von insgesamt bis zu 2.400 € für den Schülerwettbewerb “Geschichte erleben - Heimat erleben” ausgeschrieben.
Zugelassen sind alle Schülerarbeiten, die einen regionalen Bezug zur Stadt Rosenheim oder ihrem Umland haben.
Damit sind nicht nur Arbeiten aus dem Unterrichtsfach Geschichte, sondern auch aus anderen Fächern wie z. B. Deutsch, Geografie, HSU, Sozialkunde, Wirtschaft und Recht, Kunst oder Sport teilnahmeberechtigt.
Einreichen könnt ihr sowohl Einzel- als auch Projektarbeiten. Neben schriftlichen Arbeiten könnt ihr auch mit Ausstellungen, Videos, Tonbänder, Modelle, Bilder oder eine Homepage etc. beim Wettbewerb teilnehmen. Jedoch muss dazu einen Dokumentation in Papierform zur Bewertung abgegeben werden.
Anmeldeschluss und Abgabetermin ist der 30. April 2013. Anschließend findet eine Begutachtung durch eine Jury statt.
Der Schülerwettbewerb des Stadtarchivs versteht sich nicht als Konkurrenz zum Heimatkundlichen Wettbewerb des Landkreises Rosenheim, sondern als bereichernde Ergänzung für die Schüler, die sich eines historischen Themas annehmen. Eine Teilnahme beim Wettbewerb“Geschichte erleben“ ist also auch bei einer gleichzeitigen Anmeldung beim Heimatkundlichen Wettbewerb möglich.
Die Preisverleihung findet mit einem kleinen Festakt im Juni 2013 im Stadtarchiv statt. Unabhängig von einem Gewinn sind alle Teilnehmer am Wettbewerb herzlich dazu eingeladen.