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Oktober - Gastwirtstradition am Ludwigsplatz

- Der "Saubräu" am Ludwigsplatz um 1910
Gasthäuser hatten am Ludwigsplatz immer schon Tradition. Das Gesellenhaus des Katholischen Gesellenvereins war ursprünglich die Alte Post des Posthalters Franz Xaver Amann gewesen, die 1850 an diese Stelle aufgelöst wurde, als Gasthaus allerdings weiterexistierte. 1903 erwarb der Gesellenverein das Gebäude für 80.000 Mark. Das Nachbargebäude, ein altes Brauhaus, das ab 1882 die Hausnummer Ludwigsplatz 14 führte, hatte ebenfalls eine wechselvolle Geschichte. 1550 wird der "Saubräu" erstmals schriftlich erwähnt, als der Brauer Wolf Westner für seine Braubehausung zwei Gulden Jahreszins an die St.-Nikolaus-Kirche abführen musste. Der "Saubräu" lag ursprünglich in der sogenannten Schmiedgasse, wie die Häuserzeile von der heutigen Adlzreiterstraße bis zum Färbertor genannt wurde. Dort fand auch der Schweinemarkt statt, so dass dieser Platz im Volksmund Saumarkt genannt wurde. Demnach bürgerte sich für das Brauhaus der Name "Saubräu" ein. 1887 verkaufte der Brauer Christoph Zollner das Gebäude mit den Gewerberechten an den Brauereibesitzer Johann Auer, der hier 1889 sein erstes Bier sieden ließ. 1908 vererbte Auer das Anwesen seinem Sohn Johann und dessen Frau Therese. Als Gaststätte erscheint das "Alte Brauhaus", vormals Saubräu, bis 1951 im Adressbuch der Stadt. 1947 wurden Flüchtlinge in den Fremdenzimmern des Gasthofs einquartiert, der später in Ludwigshof umbenannt wurde. Im November 1956 erhielt Rosenheim sein damals fünftes Kino, die "Kurbel", im Saaltrakt des ehemaligen Saubräu. Bereits ein Jahr später schlossen sich mehrere Kinos, darunter auch die Kurbellichtspiele, zu einer Kommanditgesellschaft unter "Kino-König" Fritz Wolf zusammen, die in den 1960er Jahren Pleite ging. 1961 musste die Kurbel bereits wieder ihre Pforten schließen. Übrig blieb der "Ludwigshof", der 1999 als Traditionsgaststätte wiederbelebt wurde.