Der Salzstadel
     
Das an Bodenschätzen und natürlichen Rohstoffen arme Bayern besaß mit dem aus der Reichenhaller Sole gewonnenem Salz eines der wichtigsten und ertragreichsten Exportprodukte. Über Salzstraßen und Flüsse wurde das Salz von den Produktionsstätten in Berchtesgaden an die Verbraucher transportiert. Eine Route des Salztransportes über Land führte von Reichenhall, Kempten nach Lindau und dann in Richtung Schweiz. Der Konkurrenzkampf zwischen Wasserburg und Rosenheim um die Salzfuhr und das damit verbundene Stapelrecht mit der Salzniederlage in Salzstädel schwelte bis zur Errichtung der Saline in Rosenheim in den Jahren 1808 bis 1810.

Die Salzstraße bedeutete einen großen finanziellen Zugewinn für den jeweiligen Ort, durch den sie führte. Das Stapelrecht, also der Umladezwang für die durchgehenden Salzzüge, bot vorteilhafte Einkaufsmöglichkeiten, mehr Umsatz und damit Handelsgewinn. Ab 1516 durfte Rosenheim von jeder niedergelegten Salzscheibe einen Pfennig, den sog. Scheibenpfennig, für die Marktkammer erheben. Von diesen Einnahmen mußten allerdings die Salzstädel, das Marktpflaster und zwei Brücken unterhalten werden.
Die alten Salzstädel zwischen innerem und äußerem Markt und Wiesentor lagen nach Bau der Saline brach. 1889 wurden sie durch einen großen Brand vernichtet.

© Stadtarchiv Rosenheim